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Marliese Dieckmann ist am Mittwochmorgen, 9. November 2011
gestorben. Es war kurz nach ihrer Heimkehr von einem
mehrtägigen Aufenthalt im Krankenhaus Ruit. Sie saß auf
ihrer „Prozess-Matratze“, ihr Sohn Michael war bei ihr. Seine
Aussage zu Marlieses Sterben war: "Ich habe etwas Neues dazu
gelernt, dass Sterben auch leicht sein kann."
Zu diesem Erleben passt für mich ein Beitrag von Marliese zum
Themenschwerpunkt "Spiritualität im Counseling" den sie im März
2011 für das CounselingJornal, die Verbandszeitschrift des BVPPT
verfasst hat:
Harald Rössle
"Ich finde es wunderbar, dass Mystiker verschiedener Religionen, die nichts voneinander wussten,
so "seelenverwandt" sind! Und ich glaube, es ist kein Zufall, dass wir im christlichen Abendland auf
die Welt in dieses Leben kamen, hier unsere Wurzeln entdecken können und eine tausendjährige
mystische Tradition! (Hildegard von Bingen, Meister Eckart, Seuse, Tauler, Angelus Silesius, deren
Texte mir wichtig geworden sind, gerade auch für die Haltung bei meiner Arbeit.) Immer wieder gilt
es da ja auch, die sogenannten ecclesiogenen Neurosen und schlimme Traumata - aufgrund
"christlicher" Erziehung - aufzudecken, zu bearbeiten. Damit das "Seelenfünklein" wieder leuchten
kann.
Ein Spruch von Meister Eckart ist mir ein Leitfaden in der Begegnung mit Menschen:
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"Die wichtigste Stunde
ist immer die Gegenwart.
Der wichtigste Mensch
ist immer der,
der dir gerade gegenüber steht.
Das notwendigste Werk
ist immer die Liebe."
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Und für mich selber Angelus Silesius:
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"Halt an, wo läufst du hin?
Der Himmel ist in dir.
Suchst du ihn anderswo,
du fehlst ihn für und für."
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Davon handelt mein letztes Weihnachtsgedicht:
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Nicht nur
in jenem Gotteskind
dessen Geburt
in der Nacht
wir feiern
erschien uns das Licht
Jedes Kind
dieser Welt
kommt vom Himmel
in jedes Herz
ist das göttliche Licht
als Funke gelegt
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Und wenn
ihn die Asche
der Jahre bedeckt
wenn unter Tränen
die Glut verzischt
Kälte sie einfriert
Liebe
bergende
mit-fühlend
kann dann helfen
sie neu
zu entfachen
wieder
zum Leuchten
zu bringen
das Licht
in uns
und in andern“
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Marliese Dieckmann
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